Das MIG Fonds Beteiligungsunternehmen Innatera schreitet nun nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit zur Vermarktung ihres ersten Chips, „Pulsar“ genannt. Das Herzstück dieses winzigen Chips ist ein neuronales Netz nach dem Muster des menschlichen Gehirns, ein sogenanntes „Spiking Neural Network“ (SNN), das sich deutlich von herkömmlichen Netzen unterscheidet. Komplettiert wird dies durch einen kleinen, herkömmlichen Mikrocontroller so wie ein kleines, klassisches neuronales Netz (CNN). Das komplexe System wird mit einem eigens entwickelten Software-Stack programmiert, und mitgelieferte Beispiele vereinfachen für den Programmierer die Arbeit radikal.
Damit kann die Firma große Vorteile in der direkten Auswertung etwa von Radar- oder Sprachdaten erzielen. Dank seines extrem niedrigen Stromverbrauchs kann Pulsar im Dauerbetrieb einfache Klassifizierungen wie z.B. Präsenzdetektion durchführen („Mensch/kein Mensch“), die heute entweder gar nicht praktikabel sind oder wesentliche Nachteile wie z.B. regelmäßige Batteriewechsel mit sich führen. So kann ambiente, unscheinbare Intelligenz in Alltagsobjekten zunehmend zur Realität werden – man spricht von „edge computing“ im Gegensatz zu Datenzentren oder „cloud computing“.
Pulsar wird von TSMC, also vom größten Chiphersteller der Welt produziert. Nach dem Test wird der Chip auf einer kleinen Platine mit anderen Chips integriert, die sich als Gesamtdemonstrator für die Applikationsanwendung und auch für die Validierung in realen Anwendungen eignet – ein sogenanntes „evaluation kit“. Diese Platine wird nun an wartende Kunden ausgeliefert.



