Welche Rolle spielt IAM aktuell in der Gesamtstrategie von Unternehmen, wenn es um Sicherheit und digitale Transformation geht?
IAM ist jetzt schon ein ganz zentraler Baustein der Unternehmensstrategie und wird auch immer wichtiger, denn digitale Identitäten – ob für Menschen oder Maschinen – bekommen immer Bedeutung und bilden die Basis für Schutz der Kronjuwelen, Digitalisierung und Automatisierung. Das gilt sowohl für große Unternehmen als auch für kleine. So ist das Thema IAM nun auch in den Vorständen angekommen.
Wo sehen Sie bei Ihren Kunden die größten Schwierigkeiten bei der Einführung oder Weiterentwicklung von IAM-Systemen?
Die größten Herausforderungen bestehen derzeit vor allem darin, ein sauberes IAM-System (d. h. Prozesse, Verantwortlichkeiten und Technologie) in gewachsene, heterogene IT-Landschaften zu integrieren. Denn oft fehlt es hier ein bisschen an Überblick über Altsysteme, die teilweise seit Dekaden laufen und komplexe Schnittstellen haben. Generell ist es weiterhin so, dass IAM ein Schnittstellen-Thema ist. Davon sind die Security, die IT, die HR und die Compliance betroffen. Dieser Umstand erfordert klare Governance-Strukturen und Entscheidungsgremien. Diese müssen wir bei unseren Kunden oft erst einmal einführen. Auch ein gutes Change-Management ist essenziell, denn eine hohe Nutzerakzeptanz ist entscheidend für den Erfolg. Dafür muss sehr viel geplant werden, oft über verschiedene Sprachen und Kulturen hinweg. Ein Unternehmen muss seine Mitarbeitenden bei der Einführung von IAM immer da abholen, wo sie derzeit stehen, und ihnen begreiflich machen, welchen Mehrwert die notwendigen Änderungen für sie bringen kann.
Wie fügt sich IAM in eine Zero-Trust-Architektur ein?
Zero Trust bedeutet ja, dass grundsätzlich keinem Zugriff vertraut wird und jeder Zugriff kontextbasiert geprüft wird. In einer modernen IAM-Struktur analysieren dynamische Regeln in Echtzeit den Kontext und passen das Sicherheitslevel an, etwa durch zusätzliche Authentifizierungsabfragen bei ungewöhnlichen Zugriffen. Identitäten sind dabei ein fundamentaler Bestandteil und „Enabler“ für Zero-Trust.
Quelle: pressebox.de



