In Eichstätt blieb das Rathaus nach einem Cyberangriff im Oktober tagelang geschlossen; große Teile der IT hatte die Stadt vorsorglich abgeschaltet. In Frankreich mussten Supermärkte Lebensmittel entsorgen, nachdem Angreifer in die Steuerung ihrer Kühlanlagen eingegriffen hatten. Hinzu kommen die jüngsten Datenvorfälle in Berlin und an der LMU München. Hinter jeder dieser Meldungen stehen Menschen, deren Arbeit ausfällt, deren Daten betroffen sein können oder die plötzlich ganz alltägliche Dinge nicht mehr erledigen können.
Wer solche Nachrichten liest, fragt sich zu Recht, wie sicher die eingesetzten Systeme sind. Ist es denn nicht möglich, solche Vorfälle zu verhindern? Diese Perspektive greift aber zu kurz. Für ein Urteil über das Sicherheitskonzept ist es unmittelbar nach einem Angriff zu früh. Selten lässt sich wenige Tage nach einem Vorfall bereits abschließend beurteilen, was schiefgelaufen ist. Auch belegt ein erfolgreicher Angriff nicht unmittelbar, dass zu wenig für den Schutz unternommen wurde oder das System „unsicher“ sei. Für eine angemessene Einordnung müssen technische Schutzmaßnahmen, die dynamische Bedrohungslage und der konkrete Umgang mit Risiken gemeinsam betrachtet werden. Besonders wichtig ist dabei, wie verantwortungsvoll Organisationen mit Cyberrisiken umgehen – präventiv und im Ernstfall.
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